Schweizweit trainieren: Kostenloses Gasttraining an 300 zertifizierten Standorten! Bewegungs- und Gesundheitsförderung Nr. 21 / Juni 2024 BEWEGUNGSMEDIZIN Fachthema: Energiestoffwechsel Neue Rubrik: Aus der Physiotherapie SFGV – Aktuell: Der GesundheitsTag 2024BIODRIVE™ TECHNOLOGY FIMEX DISTRIBUTION AG | Werkstrasse 36 | 3250 Lyss | info@fimex.ch BIOCIRCUIT Technogym setzt sich seit jeher für einen gesunden Lebensstil ein und setzt dabei auf die Bedeutung von Bewegung als effektive Form der Krankheitsprävention und -behandlung. Dank der Biodrive™ Technologie bietet der Biocircuit eine effektive und wissenschaftlich geprüfte Trainingslösung für ältere Menschen. Der patentierte Biodrive™ von Technogym ist ein intelligenter Antrieb, der revolutionäre Luft- und Raumfahrttechnologie für das beste Gefühl und die beste Biomechanik aller Zeiten nutzt. Entdecken Sie mehr unter technogym.com/SFGV ANZEIGEInhalt Inserate Claude Ammann, c.ammann@sfgv.ch, 079 478 12 63 Urs Rüegsegger, u.ruegsegger@sfgv.ch, 079 743 89 58 Roland Steiner, r.steiner@sfgv.ch, 043 388 41 44 Koordination Joerg Kressig Auflage 3600 Exemplare Korrektorat / Lektorat Ursula Thüler «Bewegungsmedizin» Die Fachzeitschrift mit Brancheninformationen für Einzelunternehmen der Fitness- und Bewegungsbranche Herausgeber Schweizerischer Fitness- und Gesundheitscenter Verband SFGV Arbeitgeberverband für Einzel-Fitnesscenter-Unternehmungen Geschäftsstelle, 3000 Bern Redaktion Claude Ammann, Anya Aubert, Irene Berger, Kilian Käppeli, Urs Rüegsegger, Roland Steiner, Thomas Tholey Chefredaktion André Tummer Produktion DIVERSUM Verlag Redaktionsadresse Schweizerischer Fitness- und Gesundheitscenter Verband SFGV Geschäftsstelle, 3000 Bern – a.tummer@sfgv.ch, Telefon 0848 893 802 Editorial 5 Fachliche Informationen Bewegungs- und Gesundheitsförderung Energiestoffwechsel 6 Leistungen der Gleichgewichtsfähigkeit im Dienste der posturalen Kontrolle 14 Erfolgreiche Umsetzung der SFGV-Tools Premium Training in Luzern bei «GRAF tut gut» 24 FITWORX-App 26 Berufsbild: Aus- und Weiterbildung / Bewegungs- und Gesundheitsförderung Eidg. Berufsprüfung «Spezialist / Spezialistin Fitness- und Gesundheitsförderung EFZ» im April 2024 28 Interview mit Melanie Locher von der «grow vitalfabrik» in Sulgen 30 Aus der Physiotherapie Stagnation bei den Tarifentwicklungen im Bereich Physiotherapie 32 SFGV – Aktuell Lehrbetrieb des Jahres 2024 36 SFGV in Bern – News aus der Frühlingssession 38 SFGV als Gast in Magglingen 40 GesundheitsTag 2024 42 Die Schokoladenseite des neuen Magazins «GESUND UND FIT» 44 SFGV – Fitness-Guide und Jobplattform Interview mit dem Physiotherapeuten und Centerinhaber Sascha Veil 46 Buchtipp Leistungsbezogene Datenerhebung im gesundheitsorientierten Trainingsalltag, Band 2 48 Ganz persönlich Im Gespräch mit Kevin Zbinden vom «vitalwerk» Roggwil 50 Die Seiten unserer Partner 52 SFGV im Überblick Neue Mitglieder 76 Organisationsstruktur und Dienstleistungen des SFGV 78 Design / Prepresse Astrid Affolter | matrixfitness.eu EINFACH ANMELDEN PER RFID Unkompliziert erfolgt die Anmeldung über RFID-Chip oder Armband: so stehen persönliche Einstellungen und Programme sofort zur Verfügung EINFACH ALLES IM BLICK BEHALTEN Demo-Videos für die korrekte Ausführung, Wiederholungen, Sätze, Pausen - alles findet sich auf dem großen Display. Trainingsdaten und -historie motivieren am Ball zu bleiben. EINFACH BESSER TRAINIEREN Ausgehend vom aktuellen Leistungslevel bietet die Konsole Trainingspläne für unter- schiedliche Ziele wie Kraftausdauer, Muskel- aufbau oder Maximalkraft. INTELLIGENT TRAINING CONSOLE 2.0 Unsere leistungsstärkste Kraftgeräteserie ULTRA wird mit der INTELLIGENT TRAINING CONSOLE 2.0 jetzt noch smarter. Größer und mit kapazitivem Touchscreen, ver- bessert sie die individuelle Trainingsbetreuung, damit sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene motivierter und effizienter trainieren. Johnson Health Tech. GmbH | Europaallee 51 | D-50226 Frechen | Tel: +49 (0)2234 9997 100 Johnson Health Tech. (Schweiz) GmbH | Riedthofstr. 214 | CH-8105 Regensdorf | Tel: +41 (0) 44 843 30 30 Zweigniederlassung Österreich | Mariahilfer Straße 123/3 | A-1060 Wien | Tel:+43 (0) 664 23 506 97 Bewegungsmedizin – Nr. 21 / Juni 2024 ANZEIGELiebe Leserin, lieber Leser Während ich diesen Text schreibe, befinde ich mich an der Costa Daurada in einem Hotel mit «ganz normalen» Gästen. Erneut wird mir die Realität in solchen Ferien vor Augen geführt, wenn ich meine «Fitness-Bubble» verlasse und um mich herum fast nur Personen sind, die von Fitness und einem gesunden Lebensstil so weit entfernt sind wie die Kuh vom Eierlegen. Adipositas und ihre Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder orthopädische Beschwerden aufgrund des hohen Körpergewichts ist – ich würde schätzen bei 70 Prozent der anwesenden Gäste – in fatal ausgeprägter Form zu beobachten. Bereits zum Frühstück werden mehrere tausend Kalorien verzehrt und die einzige Bewegung, die stattfindet, sind die wenigen Schritte, die zwischen Liegestuhl, Speisesaal und Hotelzimmer zu- rückgelegt werden müssen. Sehr problematisch ist die Entwick- lung der übergewichtigen Kinder. Allerdings ist das auch kein Wunder, wenn Kleinkinder bei jeder Mahlzeit mit zuckerhaltigen Lebensmitteln vollgestopft werden, während sie apathisch auf ihren Spielcomputer starren, weil sie sonst keine Ruhe geben. Warum ist das Problem der Adiposität seit Dekaden nicht in den Griff zu bekommen? Ich glaube nicht, dass es sich um mangelndes Wissen handelt. Sämtliche Ernährungsgesellschaf- ten aller Länder weisen seit Jahrzehnten auf die Folgen der Überernährung hin. Die Bewegungsempfehlungen sind ebenfalls ausreichend bekannt, trotzdem steigt die Anzahl von stark über- gewichtigen Menschen in jeder Altersgruppe weiterhin an und produziert enorme Kosten für das Gesundheitswesen. Ist es pure Ignoranz? Nach dem Motto: Es ist mein Körper und wenn ich krank bin, wird mein Arzt es schon richten? Oder sind die vielen Ausreden vielleicht eher ein Schutzmechanismus, weil die betrof- fenen Personen es allein nicht schaffen, aus ihren festgefahrenen Verhaltensmustern auszubrechen? Gerade unsere Branche wäre doch prädestiniert, um mit gezieltem Kraft- und Ausdauertraining sowie grundlegendem Ernährungscoaching einen grossen Teil zur Verbesserung dieser NCD-Erkrankung beizusteuern. Doch auch wir sind mit diversen Projekten mehrfach gescheitert, und wenn wir ehrlich sind, sind die wirklich stark übergewichtigen Menschen sehr selten in unse- ren Centern zu finden. Meiner Meinung nach sind gerade in den KMU neue Wege gefragt, denn die psychologische Hürde, überhaupt ein Fitness- center zu betreten, ist für stark übergewichtige Personen sehr hoch. Ich denke, dass die ersten Kontakte mit den entsprechen- den Fachkräften unserer Branche zunächst einmal ausserhalb eines Centers stattfinden müssen – in Form von Beratungs- gesprächen und mit viel Empathie, Verständnis und Geduld. Erst wenn eine gute Vertrauensbasis aufgebaut wurde und erste k lei- ne Erfolge zu verzeichnen sind, könnte ein Coaching im Center weitergeführt werden. Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Vielleicht finden Sie dies- bezüglich die eine oder andere Anregung in dieser Ausgabe Nr. 21 von BEWEGUNGSMEDIZIN. Viel Vergnügen bei der Lektüre! André Tummer Chefredaktor Editorial Bewegungsmedizin – Nr. 21 / Juni 2024Energiestoffwechsel Fachliche Informationen Bewegungs- und Gesundheitsförderung Bewegungsmedizin – Nr. 21 / Juni 2024 6Ende des 18. Jahrhunderts kris- tallisierte sich die Chemie mehr und mehr als eigenständige Wissenschaft heraus. Der neue Zeitgeist, der sich während der französischen Revolution ent- wickelte, veränderte auch die Art und Weise des wissen- schaftlichen Denkens. So wur- den in dieser Epoche grundle- gende Stoffwechselvorgänge entdeckt. Es war der Franzose Antoine de Lavosier (1743–1794), der erstmalig zeigen konnte, dass es sich bei der Atmung um einen Verbrennungsvorgang, also um Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe handelt. Auch der deutsche Wissenschaftler Justus von Liebig (1803–1873) galt als Wegbereiter der organischen Chemie. Unter anderem fand er heraus, dass Fett als Energiereserve des Körpers in Depots ge- speichert wird. Er empfahl bereits zu seiner Zeit körperliche Be- tätigung zum Abbau von Fettpolstern. Max Pettenkofer (1818– 1901) und Carl van Voit (1831–1908) entwickelten einen ersten Respirationsapparat, der es ermöglichte, Stoffwechselvorgänge genau zu beobachten. Die beiden entwickelten die ersten Stoff- wechselbilanzen. Schliesslich war es Max Rubner, der die ersten physiologischen Brennwerte der Hauptnährstoffe berechnete. Bis die ersten Untersuchungen in der Arbeits- bzw. Sport- und Leis- tungsphysiologie gemacht wurden, sollte es aber noch eine ge- raume Zeit dauern, und auch heute sind noch längst nicht alle Stoffwechselvorgänge ausreichend erforscht. Muskelstoffwechsel Die Muskulatur benötigt für ihre mechanische Arbeit chemische Energie in Form des Adenosintriphosphats (ATP). Andere Energie- träger können nicht direkt verwendet werden, da die enzymati- sche Aktivität der Myosinköpfchen (ATPase) spezifisch auf die Spaltung von ATP in ADP und P1 ausgerichtet ist. Da das Vorhandensein von ATP im Muskel lebensnotwen- dig ist – z. B. für die Aufrechterhaltung der Natrium-Kalium- Pumpe oder der Weichermacherfunktion innerhalb des Kon- traktionsvorgangs der Aktin-Myosin-Filamente –, sinkt der ATP-Spiegel auch bei Extrembelastungen nur wenig ab. Um den intrazellulären ATP-Vorrat aufrechtzuerhalten, bedient sich die Muskelfaser verschiedener anaerober und aerober Wege der ATP-Resynthese. Die Fettverbrennung ist ein sehr beliebtes Thema in Fitnesscentern und ein wichtiger Aspekt in einem gesundheitsorientierten Training. Allerdings machen diverse sich teils widersprechende Aussagen bezüglich des Fettstoffwechsel trainings die Runde. Allzu oft wird mit Pauschalempfehlungen gearbeitet, die den Trainingserfolg verhindern können. Dieser Artikel beschäftigt sich eingängig mit den Grundzügen des Energiestoffwechsels und geht vertieft auf die Mechanismen der Fettoxidation ein. André Tummer 1 ATPasen sind eine Klasse von Enzymen, die Adenosintriphosphat (ATP) unter Freisetzung von Energie in Adenosindiphosphat (ADP) und anorganisches Phosphat (P) spalten. Bei der Reaktion handelt es sich um eine Hydrolyse. Die hierbei frei werdende Energie kann für andere Prozesse genutzt werden. Bewegungsmedizin – Nr. 21 / Juni 2024 7Fachliche Informationen Bewegungs- und Gesundheitsförderung Die anaerobe alaktazide Energiegewinnung Weil die Antwort des Herzkreislaufsystems zu Beginn einer ge- steigerten körperlichen Arbeit relativ träge ist, und der unmittel- bar benötige Energiebedarf nicht direkt oxidativ abgedeckt wer- den kann, ist der Muskel gezwungen, die notwendige Energie auf dem anaeroben Wege zu gewinnen. Die erste energieliefernde Reaktion ist die Spaltung von ATP: Myosin-ATPase ATP ADP + P + Energie Der ATP-Vorrat in der Muskelzelle beträgt ca. 6 mmol 2 pro Kilogramm Muskelgewebe und reicht somit bei maximaler Mus- kelkontraktion nur für Sekundenbruchteile. Die bei dieser Reaktion gebildeten Zerfallsprodukte Adeno- sindiphosphat (ADP) und anorganisches Phosphat (P) stimulieren die Atmung bis zur 100-fachen Steigerung und aktivieren so alle für den Muskelstoffwechsel verantwortlichen Funktionssysteme. Sobald nach Arbeitsende das gesamte ADP bzw. P wieder zu ATP umgewandelt ist, wird die Atmung gehemmt und kehrt in den Ruhezustand zurück. Dieses regulatorische Prinzip wird als Atmungskontrolle durch den Energiebedarf bezeichnet. Um weitere Muskelarbeit zu ermöglichen, wird ATP mit ex- trem hoher Geschwindigkeit durch den zellulären Kreatinphos- phat-Speicher (KP-Speicher) – er beträgt 20–30 mmol/kg Muskel- gewebe – wieder aufgefüllt: Kreatinkinase KP + ADP Kreatin + ATP Diese sofortige Resynthese von ATP ermöglicht eine Ge- samtarbeitszeit bei maximaler Belastung von 5–7 Sekunden bei Erwachsenen. Trotz des Einsatzes grosser Muskelgruppen sind die Aus- wirkungen auf den Stoffwechsel des Gesamtorganismus sehr gering. Adaptive Anpassungen im Bereich des Herz-Kreislauf- Systems werden trotz höchster Intensität aufgrund der kurzen Dauer nicht erreicht. Die anaerob-laktazide Energiegewinnung Diese Form der Energiegewinnung erfolgt im Sarkoplasma und stellt bei allen intensiven Belastungen, bei denen die Sauerstoff- versorgung unzureichend ist, den bevorzugten Energiegewin- nungsprozess dar. Das Maximum der anaeroben Glykolyse wird nach ca. 45 Sekunden erreicht. In diesem Prozess kann nur Glu- kose bzw. Glykogen als Energielieferant herangezogen werden. Das intrazellulär gespeicherte Glykogen ist dabei schneller ver- fügbar, da es nicht erst über den Blutweg herantransportiert und durch die Zellmembran geschleust werden muss. Das bei intensiven muskulären Belastungen als Endprodukt der anaeroben Glykolyse entstehende Laktat wirkt sich sowohl lokal als auch allgemein auf das Stoffwechselgeschehen aus. Nach erschöpfender Belastung sind im arbeitenden Muskel maxi- male Laktatkonzentrationen bis 30 mmol/kg Muskelgewebe, im Blut bis 25 mmol/l gemessen worden. Die mit diesen Laktatwerten einhergehende extreme Über- säuerung (Azidose) hat lokal das Erliegen der glykolytischen Stoffwechselprozesse zur Folge, da die Azidose die Enzymaktivi- 2 mmol = Millimol (gibt die Anzahl der Zuckerteilchen an) Der anaerobe Weg der Energiebereitstellung Das anaerobe System Glukose Laktat ATP Laktat ATP Glukose Bewegungsmedizin – Nr. 21 / Juni 2024 8ANZEIGE M.A.C. CenterCom GmbH Franckstraße 5 71636 Ludwigsburg Telefon 0 71 41 / 9 37 37 - 0 info@mac-centercom.de SGN 6.134.1 Neue Ideen. Gemeinsam. Umsetzen. Bringen Sie Ihren Club mit der Version 6 von CenterCom auf ein neues Level: Erweiterte Öff nungszeiten ohne zusätzliche Personalkosten dank automatisierter Türöff nung mit der Clubcard. Höhere Mitgliederzufriedenheit durch fl exible Trainingszeiten. Zusätzliche Einnahmen durch smarte Steuerung von Getränke- und Eiweißautomaten. CENTERCOM VERSION 6 + QR-Rechnungen + LSV+ 3 Pyruvat spielt im Organismus als Zwischenprodukt verschiedener Stoffwechselwege eine wichtige Rolle. So kann es als Endprodukt der aeroben Glykolyse in den Zitrat- zyklus eingespeist oder zu Alanin transaminiert werden. Auch bildet Pyruvat das Ausgangsprodukt der Gluconeogenese. Unter anaeroben Bedingungen entsteht aus Pyruvat das saure Laktat. tät hemmt. Diese Enzymhemmung stellt eine Art Selbstschutz gegenüber einer zu starken Übersäuerung mit nachfolgender Zerstörung intrazellulärer Eiweissstrukturen dar. Die durch eine maximale Belastung ausgelöste Azidose kann weder durch Pufferung in der Blutbahn noch respiratorisch kompensiert werden (Kohlensäure-Bicarbonat-Puffer). In der lo- kalen Gewebeazidose und der allgemeinen Übersäuerung des arteriellen Blutes ist auch der Grund für den Belastungsabbruch zu suchen. In der Erholungsphase nach erschöpfender Belastung nor- malisiert sich die Azidose innerhalb von 30 bis maximal 60 Minu- ten, abhängig vom Trainingszustand. Das aus dem Muskel in die Blutbahn diffundierte Laktat wird durch die Leber, den Herzmus- kel, die Niere und die nicht arbeitenden Skelettmuskulatur wieder verstoffwechselt. Der grösste Teil des Laktats, das bei maximaler, kurzer Belastung durch die anaerobe Glykolyse entsteht, wird in der Muskelzelle nach Abbruch der Belastung wieder zu Glykogen aufgebaut. Die Laktat-Abbaurate aus dem Blut beträgt etwa 0,5 mmol/l pro Minute. Leichte körperliche Aktivität in der Erholungsphase beschleunigt diesen Vorgang. Der Organismus arbeitet so lange anaerob, bis entweder die Belastung abgebrochen oder die Be- lastungsintensität so weit gedrosselt wird, dass eine ökonomi- sche oxidative Substratverbrennung möglich ist. Die aerobe Energiegewinnung Bei einer Belastungsdauer, die über 60 Sekunden hinausgeht, nimmt die aerobe Energiegewinnung eine zunehmend dominie- rende Rolle ein. Bei der oxidativen Verbrennung, die in den Mito- chondrien abläuft, entstehen Enzyme der aeroben Energiebereitstellung Glukose und Fettsäuren ATP + CO 2 + H 2 O Auf dem aeroben Weg können neben Glukose auch freie Fettsäuren (FFS), sowie in «Notfällen» (Hunger, extreme Dauer- belastung) auch bestimmte Aminosäuren als Energieträger ver- brannt werden. Die aerobe und anaerobe Energiegewinnung bis zum Pyruvat 3 durchlaufen den gleichen Abbauweg. Alle Nahrungs- stoffe bei der oxidativen Verbrennung gehen letztlich in den Next >